
Ornament ist immer noch ein Verbrechen
Als Adolf Loos vor hundert Jahren das Ornament als Verbrechen bezeichnete und damit die Moderne einläutete, hatte er allen Grund dazu: Handwerklich arbeitende Künstler, die teure ornamentale Gegenstände für reiche Industrielle herstellen auf der einen Seite und das Bauhaus, dass die industrielle Massenproduktion und die Gesellschaft gestalten wollte auf der anderen Seite.
Alte reaktionäre Suppe neu aufgekocht
Dass Funktionalismus seine Kehrseiten hatte, ist weniger ihm als denen zuzuschreiben, die ihn wirtschaftlich mißbrauchten und nicht verstehen wollten. Wenn hundert Jahre später Stardesigner handwerklich aufwendiges und teures Design für reiche Industrielle herstellen, um zu beweisen dass sich Schönheit verkauft, hat es weniger mit Funktionalismus als mit ihrer Eitelkeit zu tun. Wozu brauchen wir eine Rolle rückwärts, um eine reaktionäre Debatte zwischen Schönheit und Funktion zu führen ? Nach hundert Jahren wissen wir all zu gut, was die Schwächen des Funktionalismus sind.
Postfunktionalismus statt Rückschau
Interessanter wäre es einen Postfunktionalismus zu untersuchen: In einer Welt der künstlichen Intelligenz mit großen bevorstehenden gesellschaftlichen Umbrüchen wird das Design seine Rolle neu definieren sowie von künstlicher Intelligenz beeinflusst und verändert werden. Möglich, dass manche Stardesigner mehr mit sich selbst als mit Ihrer Umwelt beschäftigt sind und diese Fragen es nicht wert sind, überhaupt in Betracht gezogen zu werden.
Polemik statt Wissenschaft
In ihrem Buch Schönheit liefern Sagmeister und Walsh wenig Neues und wenig Überraschendes, bieten eher Unterhaltung als Wissenschaft. Wir können den dogmatischen Polemikern als Jünger folgen oder es lassen: einen kritischen Diskurs auf die Frage nach Schönheit werden wir in ihrem Buch nicht finden. Weil es schöner ist, verkauft es sich besser argumentieren sie gerne ihren Kunden gegenüber. Dem kann man eigentlich nicht viel hinzufügen.
21.09.2020
Weitere Artikel

What You See Is Not What You Write

Miguel Chevaliers digitale Welten im Grand Palais Immersif

Hommage an einen Visionär der Mode: Christian Dior

Blick in die Zukunft immersiver Kunst

Sardinen wie Sand am Meer, die Fischmetropole Frankreichs

Geist in der Maschine: Bereit für digitale Transformation ?

Wenn DALL-E und ChatGPT zusamen rappen

Texter warm anziehen und ChatGPT spazieren führen

Wo ist Party, Digga ???

Ion zum Best Art & Experiment Fulldomefilm gekürt

Zwangsjacke des Corporate Design

VR One (But Many) Ausstellung

Im Visier: Antisemitismus in Deutschland

Kopfschmerzen vom Gaming

Fulldomefestival Motus in Taiwan zeigt Circle Circus

Absurdität als existenzielle Einsicht

It makes little difference what kind of man you are

Vom TV-Zombie zum Socialmediajunkie

Buffer Overflow des preußischen Sortierzwangs

Abflug ins Nirvana

Gelbschirme, Gelbwesten, wegen Geld auf die Straße

Gestaltpsychologischer Assembler früher Computerspiele

Internationales Fulldome Streaming Festival zeigt beyond

Coronaparty im Zombiemodus

Das moorsche Sklavenschiff amerikanischer Utilitaristen

Blitzlichtgewitter auf der Luminale in Frankfurt

Augenartists und Autofonts: Zachary Lieberman hilft Sprayern und Toyota

Wo Licht ist, ist auch Schatten: das Immersive Art Festival in Paris

Medium nicht Werkzeug

Jenseits von Gut und Böse

Zwischen Henry Ford und Charles Darwin: Die Bienenkönigin Neri Oxman

Polyeder und Photonen

Einmal Rolle rückwärts

Konservativ oder subversiv bis auf die Knochen

Apokalypse now

Atonal brutal

Die kleine Schwester des Bauhauses

Negativen Raum gestalten

Mit 8k gegen die Kuppelwand

Rekursive Systeme mit fundamentalen Frequenzen

Dämon in der Maschine

Internationales Fulldomefestival Jena mit aquafloat und circlecircus

Zeit ist relativ

Spacejazznights mit aquafloat

Smog auf Augen und Ohren

FFF auf Medienkunstfestival B-Seite zu sehen

Architektur und Design als gesellschaftliche Identität

Ein Raumschiff wie eine Orgel gebaut

Kann Künstliche Intelligenz kreativ sein ?

Nadeln im Heuhaufen

Die Kreisatur des Quadrats

Das Haus mit der eulerschen Zahl

Licht am Ende des Tunnels

Signale aus dem Hier und Jetzt

Die Welt kodieren

Aliens über Amsterdam

Kunst im Dunst

Mapping-Workshop mit Lucas Gutierrez

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern

Die KI-Büchse der Pandora

Die Törtchen des Walter Gropius

Von Künstlern und Wissenschaftlern

Brahms pfeift aus dem letzten Loch

Mut zur Wut Finalist 2017

Technobomben über Belgrad

Geräucherter 3D Schinken im Barockrahmen

Streetart als kulturelles Bedürfnis

Mut zur Wut Finalist 2016

Corporate Geometry

30 Jahre Plakatwettbewerb des deutschen Studentenwerks

Stuhlexperiment im Niggli-Verlag

Silber beim Creative Media Award 2014

Wien: Stadt des Ornaments und Verbrechen

Relaunch der Website marekslipek.de
