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IMPRESSUM & DATENSCHUTZ

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Googles Deep Dream: ein Neuronales Netzwerk im Van-Gogh-Modus auf einem Hieronymus-Bosch-Trip mit Salvador Dali vereint auf der Suche nach allem was keucht und fleucht.

Kann Künstliche Intelligenz kreativ sein ?

Ein Paradigmen­wechsel voll­zieht sich mit neuro­nalen Netz­werken in der Kunst. Beherrscht die Künst­liche Intelli­genz den Künstler oder beherrscht der Künstler die Künst­liche Intelli­genz ? Manche Künstler sehen ihre Rolle als Kuratoren von Daten­sets. Andere betrach­ten KI zwar als interessan­tes, jedoch nur weiteres neues Werk­zeug. Manche ver­sprechen sich neue, von Menschen noch ungedachte Sicht­weisen.

Die Frage nach der Macht­übernahme ist nicht neu. Konzept­kunst rückte bereits das Künstler­genie in den Hinter­grund. Die inter­aktive Kunst erlaubte dem Nutzer sogar Werk­manipu­lation. Ist die Frage nach dem Künstler­genie in der gegen­wärtigen Gesell­schaft über­haupt noch berech­tigt oder ist es mehr ein Konstrukt der Kunst­geschichte, ein gar von autori­tären Macht­verhält­nissen geprägtes Denken ? Wie viel Macht wollen wir einer künst­lichen Intelli­genz über­haupt zug­estehen, um unsere Existenz­grund­lage nicht selbst zu ver­nichten ?

Eins ist klar. Um kreativ sein zu können müsste ein neuro­nales Netz­werk Konzepte selbst erzeugen und nicht nur Muster in Daten­sätzen erkennen können. Was ein künst­liches Netz­werk neben einer Muster­erkennung leisten kann, ist das Erzeugen glaub­würdiger synthe­tischer Daten­mengen – etwa Gesich­ter von Menschen, die es gar nicht gibt. So­lange das Daten­set groß genug ist, lässt sich das morpho­logische Feld in mehreren Dimen­sionen inter­polieren. Was natürlich Fakes provoziert.

Es geht jedoch auch anders. Kombiniert man ein geringeres Daten­set mit her­kömm­lich program­mierten Regeln, kann der Daten­hunger gestillt werden. In dem Sympo­sium »inSonic – Algorith­mic Spaces« am ZKM gehen Künstler dem Einsatz von KI mit Talks und Perfor­mances nach. So erforscht beispiels­weise Quadra­ture das kosmische Grund­rauschen nach kulturellen Mustern mensch­lichen Ursprungs und stellt vor­läufig fest: Was uns heute als schwarzer Himmel erscheint war vor Ur­zeiten – als Photonen noch genug Energie hatten – knall­bunt und ganz und gar nicht düster.


08.12.2018

 


Refik Anadol visual­isiert hier Gehirn­ströme in Bewegung. Zu sehen ist die Instal­lation noch bis Ende Januar im ZKM in der Aus­stel­lung »Open Spaces - Digitale Codes«

Nadeln im Heuhaufen

Museen richten ihren Blick oft in die Ver­gangen­heit und glori­fizieren zumeist ab­geschlos­sene künst­lerische Ent­wick­lungen. Selbst die so­genan­nte »moderne Kunst« ist mittlerweile 100 bis 150 Jahre alt. Aktuelle digi­tale Kunst sucht man in Museen ver­gebens – obwohl unsere Gegen­wart von Digita­lisie­rung und Program­mierung bestimmt wird.

Zu sehr orien­tiert sich der Kunst­begriff am Hand­werk – obwohl er gleich­zeitig pro­klamiert, imma­teriell und ver­geistigt zu sein. Als ob die den­kende Hand dem den­kenden Kopf überlegen sei. Was kann imma­terieller und geist­iger sein als ein in Maschinen­sprache über­setzter mensch­licher Gedanke, der visuelle Gestalt an­nimmt ? Das Programm als mensch­liche Extension eines Menschen­gehirns mag einem tradi­tio­nellen Kunst­verständ­nis wie ein Alien vor­kommen, weswegen es Konser­vative auch nicht ein­zuordnen ver­mögen.

Wer sich für digi­tale Kunst interes­siert wird sie eher auf Festi­vals, in Clubs und im Inter­net finden. Medien­künstler wie Refik Anadol oder Memo Akten beein­flussen Gegen­wart und Zukunft. Künst­liche Intelli­genz wird das Design von morgen verändern, auch wenn es anders sein wird wie das Wort einem sugge­rieren mag.


02.12.2018

 

Die Kreisatur des Quadrats

Joseph Albers würde sich im Grab umdrehen. James Turell tanzt dagegen im Licht. Während der eine schema­tische Farb­feld­studien im quadratischen Format mechanisch exerziert, zieht der andere sanfte Ellipsen von Farb­ton zu Farbton. In einem unwirklichen Raum der wie eine Fläche wirkt vollzieht sich die magische Licht­kunst­medi­tation. Mit dem Tempo einer gebrech­lichen Madame beim Versuch die Straße im beschau­lich mondänen Baden­-Baden zu über­queren schleichen seine Licht­installationen von einer Farb­nuance zur nächsten.

Vor allem die begeh­baren Ganz­felder haben eine immersive Wirkung auf den Betrachter. Man rätselt über die Beschaffen­heit dieser Räume bei denen kaum zwischen Räum­lichem und Flächigem zu unter­scheiden ist. Man taucht förmlich ins Licht hinein und schwebt im farbigem White­cube der Kunst. Selbst­verständ­lich an­dächtig und und in sich gekehrt. James Turell sieht in seiner Art der Kunst eine spiri­tuelle Erfahrung, die eine univer­sellere Sprache spricht als das Branding von Religionen.

Kaufen lassen sich seine Werke in Form von Gebäuden mit offenem Dach, die den Himmel im Quadrat einfangen und mit farblich wechseln­dem Licht illuminieren – das nötige Klein­geld voraus­gesetzt. Wer es billiger haben will schlägt ein recht­eckiges Loch in sein Dach oder besucht das Burda­museum in Baden­-Baden und über­zeugt sich selbst.


15.09.2018

 

Das Haus mit der eulerschen Zahl

Die Gegend hatte wenig Glanz. Ein Vor­ort einer großen geschäf­tigen Metro­pole in Norden Italiens an einer gewöhn­lichen Durch­gang­straße. Dennoch waren einige Interes­senten vor Ort. Schließlich handelte es sich um ein neu gebautes und modernes Haus mit einigen Raffi­nessen. Zudem war es frei­stehend. Der Klang der numerischen Haus­nummer schien ihnen so vertraut, dass sie sich un­mittel­bar ent­schieden. Sie zogen nicht ein. Sie mieteten sich statt­dessen in der Nähe ein. Nun wollten sie es definitiv verkaufen, die Suche gestaltete sich jedoch zäh.

An manchen Tagen glaubten Sie es läge an ihren Namen jüdischer Herkunft, an anderen Tagen machten sie die Nummer am Haus mit der euler­schen Zahl scheinbar un­endlicher Länge dafür ver­antwort­lich. An besseren Tagen suchten sie ihre un­gewollte Bleibe auf und inspi­zierten sie näher. Ein kompli­zierter Mecha­nismus sorgte dafür, dass Türen dort auf und wo­anders wieder zu­gingen. Durch Schieben von Fenstern im Wohn­zimmer konnte man die Haus­tür ver­schließen, zumindest sah es gelegent­lich so aus. Manch­mal blieben Lichter an. Manch­mal blieb ihre Wohnung auf obwohl niemand drin war.

Sie wollten der Sache auf den Grund gehen. Es ließ ihnen keine Ruhe. Sie nahmen es Stück für Stück aus­ein­ander und schauten nach. Mal rissen sie den Dach­first in Stücke, mal klopften sie den Boden auf, mal unter­suchten sie fieber­haft das Gebälk. Seit­dem das Haus von allen Seiten dicht umbaut war, fühlten sie eine klaustro­phobische Enge. Die Sicht aus dem Wohn­zimmer durch die groß­zügigen Panorama­fenster reichte einen halben Meter bis zur gemauerten Wand des nächsten Anwesens. Sie hatten von einem bau­gleichen Haus in der Nähe von Rom gehört. Es hieß es läge in der Straße zur Hölle.


07.09.2018

 

Licht am Ende des Tunnels

Es kriecht, es flitzt, es schwebt – ein Sammel­surium aus selbst­gemalten und gescannten Tieren wie Ei­dechsen, Kroko­dilen und Fröschen bevöl­kert einen digitalen Spiel­platz. Alles zappelt. Mitten­drin ein Irren­haus voll mit kreischenden und motorisch über­motivierten Kindern. Denn die Tiere kann man zer­quetschen. Bunte Farb­explosionen verteilen sich über die ganze Fläche, sobald sie eins er­wischen.

Ich lasse den Pulk der notorischen Quäl­geister hinter mir und folge dem Licht aus der Dunkel­heit. Einen schmalen Gang entlang. An den Wänden begleiten mich seltsame Figuren japanischen Ursprungs. Sie weisen mir den Weg. Am Ende des Tunnels Licht. Ein gigan­tischer Raum öffnet sich – eine meter­hohe Klang- und Licht­immersion, ein wahrer Farb­rausch. Buch­stäblich jede Fläche ist in Licht getaucht. Ein zehn Meter hoher digi­taler Wasser­fall stürzt die Wand herab und fließt weiter den Boden entlang. Da­zwischen ein Meer japanischer Kirsch­blüten. Die Wasser­strahlen reagieren auf die physische Anwesen­heit ihrer Betrach­ter und umfließen diese. Alles ist in Bewegung wandelt sich, entsteht und vergeht. In unter­schiedlichen Rhythmen und Geschwin­dig­keiten.

Die Macher der Installation unterscheiden nicht zwischen Kunst und Natur. Für Team­lab ist es es eins. Eine ganze Heer­schar synchro­nisierter Projek­toren verwandelt die Grande Halle de la Vilette in Paris in eine Welt voller fantas­tischer Dinge. Viel­fache Partikel­systeme und zahlreiche autonome Agenten im Schwarm­modus erwecken diese Welt zum Leben. Mal sind es Kirsch­blüten, mal Sonnen­blumen, mal Bäume – mal regnet es, mal schneit es, mal zieht ein magischer Regen­bogen seine Bahnen. Ab und an zieht ein Vogel­schwarm seine Runden und kondensiert seine Spuren als Licht­bögen. Das welt­weit agierende multi­disziplinäre Kollektiv aus Japan lotet die Grenzen des Mach­baren aus. Die mehrere Instal­lationen umfas­sende Aus­stellung ist in Europa zum ersten Mal zu sehen.


28.08.2018

 

Signale aus dem Hier und Jetzt

Eine raum­füllende audio­visuelle Instal­lation, drei auf zwanzig Meter Lein­wand. Reine Sinus­töne er­klingen, zu Sequen­zen digitalen Morse­codes komponiert. Bannen den Betrachter in Trance. Signale aus dem Hier und Jetzt. Das archaische Mantra des Over­kills im Informations­zeitalter erscheint hier ultraklar in Ton und Form. In einer atem­beraubenden Geschwin­digkeit schießen rhythmische Zahlen­bänder über die Fläche – Informations­partikel­systeme die die Welt bedeuten. Als befänden wir uns in der Mitte des globalen Infor­mations­rausches. Von Dunkel­heit umgeben, trans­zendent erleuchtet von der Materie des Daten­stoffs. Claude Shannons Infor­mations­theorie künstle­risch interpretiert.

Auf der anderen Seite seltsame schwarze Antennen­laut­sprecher in einem weißen Raum. Auf der Suche nach außer­irdischen Lebens­zeichen. Ein Feld von Sinus­tönen erklingt und verteilt sich im Raum. Alle auf den Kammer­ton a gestimmt, dem Grund­ton westlicher Musik. Die schwebenden Sinus­töne inter­ferieren, modulieren, bilden ein durch­schreitbares Quanten­feld von Wahr­schein­lich­keiten. Der Gegen­satz des Binären ist das Wahr­schein­lich­keit­sfeld. Heisen­bergs Welle-­Teilchen-­Dualismus beschreibt zum einen das Ein­deutige zum anderen das Mögliche als Gegen­satz ein und der selben Sache. Auf der einen Seite schwarz, auf der anderen weiß. Zwei Seiten einer Wahr­heit als Installations­raum mit einer Wand dazwischen. Der Durch­gang ein Spalt, der Besucher wie Partikel durchlässt. Der in Paris lebende japanische Künstler Ryoji Ikeda hat derzeit eine Einzel­ausstel­lung im Centre Pompidou.


27.08.2018

 

Die Welt kodieren

»Coder le monde« heißt die aktuelle Ausstel­lung des Centre Pompidous. Sie untersucht den Einfluss von Computern und Programmierung auf Sprache, Generative Gestaltung, Architektur und Design, Musik und Performance­tanz. Fundiert recherchiert von den Anfängen im 20ten Jahr­hundert bis in die Gegen­wart werden mehrere Zeit­leisten aufgerollt und durch spannende zeit­genössische Exponate der Ordinateur­kunst aufgeloc­kert.

Zunächst über­blicken wir die Pioniere der Computer­techno­logie. Bereits 1822 stellte Charles Babbage eine Differenz­maschine her. Darauf folgte der erste auf Loch­karten­basis programmier­bare Computer der Welt. Seiner Zeit voraus verblieb jedoch die Analytic Engine im Prototyp­stadium. Die damalige Fein­mechanik konnte mit den Anforde­rungen nicht schritt­halten. Dennoch schrieb Ada Lovelace als erste Programmie­rerin der Welt etliche Computer­programme für die besagte Analytic Engine. Sie erkannte über öko­nomische Effizienz­gedanken hinaus die Möglich­keiten programmierter Kunst und Musik. Die geplanten Loch­karten kamen zu dieser Zeit bereits in Web­stühlen zum Einsatz.

Viele weitere Persön­lich­keiten ebneten den Weg des Computers und seines Gebrauchs in unterschied­lichen Diszi­plinen. Alan Turing mit seiner Turing­maschine zur Ent­schlüsselung der Enigma. Norbert Wiener mit seiner Kyber­netik, die Rück­kopplungen in autonomen Systemen beschreibt. Claude Shannon mit seiner Informations­theorie und der Erfindung des Bits als elemen­tarste Informations­einheit. Max Bense mit seiner Informations­ästhetik und dem Versuch, die Informations­theorie auf Kunst zu über­tragen.

Zeitgleich mit Bense erschienen die ersten genera­tiven Künstler auf der Bild­fläche. Auf deutscher Seite Frieder Nake, Georg Nees, Herbert Franke und Manfred Mohr. Auf ameri­kanischer Seite Michael Toll und Bela Julesz. Sowohl die Bell Laboratories als auch das MIT prägten die Entwicklung der Computer­kunst. John Maeda gilt als neuerer Weg­bereiter der Fusion von Grafik­design und Infor­matik. Ben Fry und Casey Reas trugen mit der Opensoure­-Software Processing zur Popula­risierung von Program­mierung wesent­lich bei. Deutlich sicht­bar wird auch die Rolle des IRCAM, einem Institut des Centre Pompidous. Gegründet von Pierre Boulez widmet es sich den Programmier­aspekten von Musik.

Über künstle­rische Disziplinen hinweg ist erkennbar, wie mathema­tische Modelle von Visionären und Unerschrockenen in kreativer Art eingesetzt werden. Aus zellulären Automaten lassen sich beispiels­weise Skulpturen mit sogenannten Voxeln formen oder Bewegungs­studien für Choreographien ab­leiten. Auch hier ist einfach wieder künstlerische Phantasie gefragt. Darüber hinaus die Bereitschaft, vom Drang des unmittel­baren Gestaltens ablassen zu können. Wer sich darauf ein­lassen kann, gestal­terische Mittel zu analysieren, zu abstra­hieren und in eine formale Sprache zu über­setzen, wird hier mit­spielen können.


27.08.2018

 

Aliens über Amsterdam

Ein Drohnen­schwarm bewaffnet mit Licht­quellen steigt über dem Himmel von Amster­dam auf. Die Drohnen reagieren auf­ein­ander und folgen Mustern der Selbst­organi­sation. Im Kunst­kontext  kann ihre Form nicht vor­her­gesehen werden. Es ist Abend und dunkel. Von den Drohnen sind nur Lichter zu sehen. Dafür sind sie um so besser zu hören. Wie ein geballter Mücken­schwarm summen sie sich ihren Weg in der Drei­dimendiona­lität des freien Raums über einer Wiese im Norden der Stadt jen­seits des Flusses. Ihre Lichter modulieren zusätzlich in Hellig­keit. Geschaffen hat diese Bio­kunst Studio Drift, das mit einer Einzel­aus­stel­lung im Stedelijk Museum der­zeit präsent ist.


17.08.2018

 

Kunst im Dunst

Ein Mann robbt kniend Rembrandts Meister­werk ent­gegen. Demütig streckt er seine Arme Rich­tung des Tafel­bildes. Ein Schelm wer da an Gläubige denkt. Bürgerliche Kunst im Dunst kirch­lichen Weihrauchs ? Wie kann das sein ? Gut und böse, schön und häss­lich, gut und schlecht. Wer braucht schon Argumente wenn er seinen Glauben an die gute Form hat ? Wer sinnlich nach trans­zendenter Wahr­heit sucht braucht keine Logik mehr. Mysti­fizier­te Wissen­schaft hieß früher Alchemie - die Prakti­zieren­den: Quack­salber. Warum sich die Mühe machen, Metho­dik zu objekti­vieren ? Der­weilen bleibt die Beur­teilung von Kunst und Design Geschmack­sache. Glaube es wer mag. 


16.08.2018

 

Map­ping-­Work­shop mit Lucas Gutierrez

Mit dem eigenen Laptop mitten im Museum, zwei Tage lang Video­kunst produ­zieren, neue Programme lernen und das alles in einer an­regen­den inter­nationalen Gruppe – möglich wird's im ZKM mit »Laptop Friends«: einem Work­shop, der am 3. und 4. August 2018 statt­findet.

Ein­gebun­den ist »Laptop Friends« in ein experimen­telles Aus­stellungs­format, das bislang wohl einzig­artig in der Museums­landschaft ist. »Open Codes – Leben in digitalen Welten« verwan­delt das Museum in eine Mischung aus Labor, Work­space und Lounge. Der Museums­besucher erhält eine völlig neue Rolle: statt sich als passiver Besucher der kirchen­haften Atmo­sphäre des Museums hin­zu­geben, wird er zum aktiven Pro­duzen­ten im lockeren Work­space.

Und genau diesen inno­vati­ven Rahmen nutzt der inter­natio­nal tätige Medien­künstler Lucas Gutierrez für seinen Map­ping-­Work­shop »Laptop Friends«. Auf dem Programm stehen Mad­mapper und Modul8. Unsere Gruppe bespielt einen Wand­schrank mit mehre­ren Türen, der sich mitten in der Aus­stellungs­landschaft befindet. Wir ver­wenden die Türen als Raster, um einer­seits vor­han­dene Video­loops zu proji­zieren. Anderer­seits er­stel­len wir neues Video­material, mani­pulieren und ver­zerren dies in Echtzeit – inter­aktives Live-Mapping mitten im Museum. Den Abschluss krönt dann Lucas Gutierrez mit seiner audio­visuellen Performance.


05.08.2018

 

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern

Das Zölibat lastet auf Geist­li­chen wie ein Fluch. Immer wieder werden Chor­knaben und andere junge Menschen unter der Ob­hut der katho­li­schen Kirche miss­braucht. Wie sinn­voll ist diese selbst­verord­nete Ent­halt­samkeit, wenn sie zu solch offen­sicht­lichen Irr­wegen führt? Die Regens­burger Dom­spatzen sind nur ein Vor­fall von vielen.

Aus 2200 Ein­rei­chun­gen aus 53 Ländern schafft es mein Ent­wurf unter die 100 ersten. Die Short­list des Wett­bewerbs »Mut zur Wut« wird auch dieses Jahr im Land­gericht Heidel­berg Ende Juli zu sehen sein. Vielen Dank an die Jury.


08.06.2018

 


Mario Klingemanns Portrait einer synthetischen Frau ziert das Titelmotiv der Konferenz

Die KI-Büchse der Pandora

Künst­liche Intelli­genz ist nicht neu - jedoch die enormen Summen, die private Unter­nehmen darin inves­tieren. Ein Grund für die gegen­wärtig rasante Ent­wicklung neuro­naler Netz­werke ist sicher die Rechen­power heutiger Computer.

Künst­liche neuro­nale Netz­werke lernen durch statis­tische Auswer­tung großer Daten­mengen. Viel­ver­sprechen­de Ergeb­nisse liefern sie in der Muster­erkennung, der Über­setzung, der Sprach­erken­nung sowie begin­nend im auto­nomen Fahren. Ihre Fähig­keit, Regeln aus Date­nmate­rial selbst­stän­dig abzuleiten, macht sie beson­ders. Hierin liegt auch das großes Poten­zial von neuro­nalen Netz­werken - denn im Gegen­satz dazu müssen beim her­kömm­lichen Inge­nieur­ansatz alle Regeln auf­wendig ein­program­miert werden.

Was genau im Inneren des neuro­nalen Netz­werks vor sich geht, ist jedoch un­bekannt. Die Black­box des Deep Learnings macht maschi­nelle Ent­scheidun­gen schwer nach­voll­zieh­bar und ängstigt des­wegen viele Menschen. Gorillas, die von Schwarzen nicht un­ter­schie­den werden könn­en, und Bots, die sich auf Rassis­mus trai­nieren lassen, zeigen Grenzen dieser Techno­logie auf. Ent­halten bei­spiels­weise Trai­nings­daten einer KI Vor­ur­teile, werden diese von der Ma­schine eben­falls über­nom­men.

Damit die neuro­nalen Netze mög­lichst valide sind, müssen sie mit enormen fehler­freien Daten­sets trai­niert werden. Dieser große Hunger nach Daten geht Hand in Hand mit gesell­schaft­lichen Über­wachungs­tenden­zen. Ferner er­fordert die Auf­berei­tung der Daten­sets eine Heer­schar von Click­workern - ein neues digitales Prole­tariat ent­steht.

Eines ist sicher: Künst­liche Intelli­genz wird unsere Gesell­schaft und unsere Medien­wirklich­keit nach­haltig ver­ändern. In einem zwei­tägi­gen Symposium am ZKM tagten zahl­reiche Wissen­schaftler und Künstler und gingen Fragen ges­ell­schaft­licher Aus­wirkun­gen nach.


29.04.2018

 

Die Tört­chen des Walter Gropius

Walter Gropius hat mit dem Bau der Bau­haus­schule in Dessau eine Archi­tektur­ikone mit der vor­gehäng­ten durch­gehen­den Glas­fas­sade und einer Menge ander­er raffi­nierter De­tails ge­schaf­fen, die seiner Zeit weit voraus war und auch heute noch wie ein futu­risti­sches Boll­werk in dem beschau­lichen Städt­chen Dessau wirkt. Weniger be­kannt sind wahr­schein­lich die städte­baulichen Sozial­experi­mente in der Törten­sied­lung, einem Vor­ort von Dessau. Hier wurde die spä­tere Platten­bau­weise in experi­men­teller Art vor­weg­genom­men und erprobt. Ganz im Gegen­satz zu den fan­tasie­losen Platten­bauten der Nach­kriegs­zeit ist hier noch erstaun­lich viel Raum für Ästhe­tik, die keinen Gegen­pol zur Ratio­nali­sierung bildet.

Die Ein­familien­häuser in Reihe gebaut stam­men eben­falls von Walter Gropius. Die Fenster­bänder sind hier so hoch im Raum an­ge­bracht, dass man im Sitzen einen wunder­schönen Aus­blick auf die Wand hat. Gedacht war natür­lich Platz und Stau­raum für Kom­mo­den in kleinen Räumen auch an Fenster­stel­len zu schaffen.

Ähn­lich einer Fabrik­halle in Miniatur lässt diese Kon­stru­ktion erstaun­lich viel Licht in den Raum. Die oft kopierte Idee der gra­phisch wirkenden Fenster­bänder beweist in der Reihen­haus­sied­lung vor allem, dass Gropius im Zweifel der Form den Vor­zug vor Funk­tion gegeben hat. Das Ergebnis ließen sich die Eigen­tümer frei­lich nicht gefallen. Fast alle Fenster­bänder wurden durch tie­fer­liegen­de klassische Doppel­fenster ersetzt, die ein wesen­tlich dunkleres höhlen­artiges Erlebnis des Licht­einfalls versprachen – dafür jedoch in Sicht­höhe der Couch.

Deutlich groß­zügiger konnte Gropius bei den Meister­häusern vor­gehen. Trotz der größeren Wohn­flächen sind auch hier Treppen­haus und vor allem Türen auf knapp einen Menschen zu­ge­schnit­ten – Eine natür­liche Barrie­re, die ver­hin­dern sollte zu viel Mobiliar ins Haus zu befördern. Statt­dessen war an­ge­dacht, die reich­lich vor­han­denen Ein­bau­schränke nutzen.

Im Gegen­satz zur Walter Gropius hatte Hannes Mayer ein deut­liches glück­licheres Händchen was den Sozial­bau an­ging. Seine Lauben­gang­häuser sind echte Bau­haus­projekte mit der Archi­tektur­klasse des Bau­hauses rea­lisiert. Diese werden noch heute so gut wie un­ver­ändert bewohnt.


02.04.2018

 

Von Künstlern und Wis­sen­schaft­lern

Der Dialog zwischen Kunst und Wissen­schaft wird gewünscht, findet jedoch selten statt. Das Symposium »The Future of Light Art« im ZKM möchte das ändern und erhellt zwei Tage lang Fort­schritte in der Quanten­physik des Lichts und reflektiert den Stand der Licht­kunst.

Licht taucht als neues For­schungs­gebiet am wissen­schaft­lichen Hori­zont auf – in vielen Be­rei­chen: Ein­heit­liches Nano­material wird auf der Ober­fläche eines Objekts appli­ziert und in Größe und Abstand modu­liert. Die Modu­lation beein­flusst die Licht­brechung und erzeugt uv-­resis­tente und hitze­bestän­dige Farben.

Holo­gra­fische Projek­toren zaubern drei­dimen­sionale Gegen­stände aus Licht in dunkle Räume. Güns­tige LED-Quellen – Fluch und Segen zugleich – führen zur zuneh­menden Licht­verschmu­tzung des gesam­ten Planeten und wirken sich auf Pflanzen, Tiere und Menschen aus. Der Sternen­himmel wird zum Relikt vergan­gener Tage.

Die bläu­lichen Bild­schirme von Smart­phones unterdrücken unseren Melatonin­spiegel und bringen unseren Schlaf-­Wach-­Rhyth­mus durch­ein­ander. Wer kontrol­liert das Licht im urbanen Raum ? Braucht es eine Licht­demo­kratie? Werden sich Archi­tekten ihrer Verant­wortung bewußt oder über­lassen sie diese den Unternehmen?

Künstler wie Villa­real nehmen sich der­weilen der Golden Gate Bridge an, erschaf­fen mit einem LED-­System und progra­mmierten Licht­mustern ikono­graphische Werke. Das japa­nische Super­kollektiv Team­lab lässt seine Zu­schauer Teil ihrer immer­siven Licht­kunst­werke durch Inter­aktion und Gene­rativi­tät werden. Im Gegen­satz zu klas­sischen Wand­gemälden werden die Betrachter hier zu Akteuren in einer gemein­samen multi­senso­rischen, synäs­the­tischen und nicht zuletzt sinn­lichen Er­fahrung.


10.02.2018

 

Brahms pfeift aus dem letzten Loch

Während Brahms am Be­atmungs­gerät hängt und drei Akkorde in Dauer­schleife von sich gibt, führt das Bruckner-Orchester-Linz klas­sische Musik während der großen Konzert­nacht auf. Ein neuronaler Zell­klumpen kämpft über zwölf Laut­sprechern gegen einen Klavier­spieler und produziert dabei brutales Rauschen, Zirpen und Knattern. Ein Musiker schreit sich – ausge­stattet mit Glas­splittern und Piezo­mikrofon – in einem Akt der Selbst­zerstörung ohren­betäubend die Seele aus dem Leib.

Um sechs Uhr morgens auf­stehen, um zwei Uhr morgens ins Hotel zurück­kehren, vier un­ermüd­liche Tage lang. Das Programm der Ars Electronica ist reich­haltig und grenzt an Selbst­erfahrung. Künstliche Intelli­genz ist das Thema und handelt eigentlich von uns selbst. Das künstliche Ich ist das andere Ich. Und ganz und gar menschlich, weil wir unser eigenes Spiegel­bild in Techno­logie mani­festieren.

Das Areal des ehe­maligen Post­vertei­lungs­zen­trums in Linz ist digi­taler Schaup­latz und Spiel­platz zugleich. Im Atom­schutz­bunker befin­den sich Medien­kunst­instal­lationen, im ober­irdi­schen Teil des Gebäudes an­ge­wandte gestal­terische Exponate, Konfe­renzen, Works­hops und studen­tische Arbei­ten. In der Gleis­halle mit rohem Indus­trie­charme fin­den Kon­zerte und Perfor­mances statt. Weitere Veran­stal­tungs­orte sind über die Stadt verteilt. Aus dem be­schau­lichem Städt­chen wird ein­mal im Jahr eine inter­natio­nale Medien­kunst­metro­pole.


06.10.2017

 

Mut zur Wut Finalist 2017

Jedes Land bekommt den Herr­scher, den es verdient. Popu­listen zeichnen gerne schwarz­weiße Bilder, um Stimmung zu machen. Stimmung gegen Auslän­der, Stimmung gegen Anders­den­kende. Die Welt wird in Gut und Böse polarisiert – auf der einen Seite die Un­schuld in Person, auf der anderen das Sata­nische per se. Mein Plakat »3k« ist Teil der Ausstel­lung »Mut zur Wut«, die Ende Juli im Land­gericht Heidel­berg zu sehen ist. 1520 Teil­nehmer aus 51 Ländern reichten ingesamt 3147 Plakate ein. Mein Entwurf »3k« zählt zu den 100 Fina­listen. Danke an die Jury.


23.05.2017

 

Technobomben über Belgrad

Belgrad war zu Zeiten des Ost­blocks block­frei und bereits west­lich orien­tiert. Die selt­same Zerissen­heit des Landes und die Kriegs­nachwehen sind noch all­gegen­wärtig. Durch die kyril­lische Schrift im städ­tischen Raum fühlt man sich im tief­sten Russ­land - Gaz­prom thront beim Ein­fahren durch Neo­grad, dem Platten­bau­teil, ins Stari­grad, dem histo­rischen Teil der Stadt. Balkan­kombos ziehen hier bis spät in die Nacht durch die Gegend und singen zusam­men mit ange­heiter­ten Touris­ten oder spielen direkt in Restau­rants und ziehen von Tisch zu Tisch.

Mann und Frau orien­tiert sich hier ent­weder am Osten, schwärmt für den kyril­lischen Ein­fluss und feiert zu Balkan­pop mit Zigeuner­charme – oder ent­scheidet sich für den Westen, für das Digi­tale und tanzt zu elektro­nischen Klängen in rauen Techno­bunkern. Draußen drei Grad, innen ein in die Wand geschla­genes Loch, um die Musik- und Licht­anlage mit einem Strom­kabel zu ver­sorgen. Ich bin hier auf dem Reso­nate-­Festi­val und werde direkt in die Zukunft ge­schos­sen.

Auf der Bühne steht ein schwarzer Mann in einer selt­samen Kluft – eine Mischung aus Zwangs­jacke und Abend­garde­robe. Er steht mit dem Rücken zum Pub­likum um­hüllt vom Nebel und schreit eine gefühlte Ewig­keit un­ver­ständ­liche Dinge zu har­schem Noise. Plötz­lich ändert sich der Sound, wird tanz­barer – der Krei­scher springt direkt ins Publi­kum und bahnt sich mit körper­licher Präsenz den Weg. Während Bom­ben über Bel­grad fielen, tanz­ten die Bel­grader zu Techno. Die Musik scheint die Kriegs­erle­bnisse zu ver­arbei­ten. Die raue und kaput­te Atmo­sphäre des Clubs spiegelt sich im Stadt­bild wider - vom Sozia­lismus runter­gewirtschaf­tete Fassa­den, vom Krieg zer­störte Gebäu­de und graffiti­verzier­te Wände. Techno ist tot, lang lebe Techno.


13.05.2017

 

Geräu­cher­ter 3D Schinken im Barock­rahmen

Warum muss ein digi­taler Knopf aus­se­hen wie ein ana­loger? Sei es Nostal­gie, eine wage Zukunfts­angst oder der Wunsch, möglichst viele Menschen in der analogen Welt ab­zu­holen – der Drang, die echte Welt digital nach­zu­bilden, ist groß. Diese Tendenz heißt Skeuo­morphismus.

Möglicher­weise hat die Kunst­geschichte mit der digitalen Entwicklung viel mehr gemeinsam als auf den ersten Blick ersicht­lich. In der Bildenden Kunst war zunächst das hand­werkliche Können das zentrale Betätigungs­feld des Künstlers: ob ein exakter Falten­wurf oder die perfekt gemalte mensch­liche Physio­gnomie – ein möglichst natur­getreues Abbild der Realität stand jahr­hundert­lang im Vorder­grund. Die Erfindung des Foto­apparats führte zu einer Eman­zipation der Kunst von der Gegen­ständlich­keit hin zum Geis­tigen und Abstrak­ten.

Im Inter­face-­Design lässt sich eine ähnliche, jedoch extrem be­schleu­nigte Entwick­lung beo­bachten: So ahmten bei­spiels­weise digi­tale Kalender oder Notiz­bücher vor einigen Jahren noch ihre ana­logen Pendants nach – inklusive Leder­einband, Esels­ohren und Ring­bindung. Drei­dimen­sionalität wurde mit­hilfe einer komplexen Schatten­gebung vor­getäuscht, Texturen waren exakt modelliert – ein hand­werklich perfekter Skeuo­morphismus. Diese Dar­stellungs­form gilt im Inter­face­design mittler­weile als über­wunden. Die Abstrak­tion von Form mündet in der digi­talen Gestal­tung im so­genann­ten Flat­design. Dabei werden Benutzer und seine Erfahrung in den Mittel­punkt gestellt – weg vom Gegen­ständ­lichen hin zum Abstrak­ten.

Ganz anders sieht es jedoch in der vir­tuellen Realität aus: Hier steht noch das Hand­werkliche im Vorder­grund, die perfekte Nach­ahmung der »echten Welt« – ein geräu­cher­ter 3D-­Schinken im Barock­rahmen. Welche Rich­tung schlägt die drei­dimen­sionale Gestal­tung ein? Wird auch hier die Abstrak­tion Einzug halten?


19.01.2017

 

Streetart als kulturelles Bedürfnis

Auf der Suche nach einer rauen und grafi­schen Iden­tität Londons landet man un­weiger­lich im Osten der Stadt – genauer gesagt in Shoreditch. An jeder Ecke lauert schon das nächste Werk, das darauf wartet entdeckt zu werden – manch­mal laut, als monumen­taler Igel an einer riesi­gen Haus­wand, manch­mal leise, als Mosaik­schild­kröte an einem Haus­ein­gang, und manch­mal un­schein­bar, als bemal­tes Kau­gummi direkt auf dem Geh­weg. Gift­grüne Pilz­skulp­turen schmücken Haus­dächer und er­weitern das Medium über die Wand hinaus. Jeder Artist hinter­lässt eine un­ver­kenn­bare gra­fische Duft­marke – meist als Stil­mittel oder Medium. Er brand­markt dabei mög­lichst viele Orte in der Stadt, um seinen Fame zu steigern.

Wird ein vor­han­denes städ­tisches Zeichen gehackt und in seiner Bedeutung um­codiert, mutiert Street­art zum so­genan­nten Urban Hacking. Ein Ein­fahrt-­Verbo­ten-­Schild ver­wan­delt sich in einen mittel­alter­lichen Pranger. Die Schlicht­heit der gra­fi­schen Mittel er­innert hier an die Ge­stal­tung von Logos.


18.08.2016

 

Mut zur Wut Finalist 2016

Europa tarnt sich vor Flücht­lingen. Europa zäunt sich mit Stachel­draht ein. Europa wird zuneh­mend mili­tant, reak­tionär, natio­nalis­tisch und un­solida­risch – die euro­päische Idee droht zu ver­schwim­men. Die Ten­denz zur Radika­lisie­rung der Gesell­schaft schreitet fort. Mein Plakat »Camouflage Europe« ist Teil der Ausstel­lung »Mut zur Wut«, die bis zum 15. August im Land­gericht Heidel­berg zu sehen ist. Rund 1100 Teil­nehmer aus 58 Ländern reichten ins­gesamt mehr als 2000 Plakat­entwürfe ein. Mit »Camouflage Europe« zähle ich zu den 100 Fina­listen.


28.07.2016

 

30 Jahre Plakat­wett­be­werb des deut­schen Studen­ten­werks

Der Plakat­wett­werb des deut­schen Stu­denten­werks feiert sein 30-­jäh­riges Jubi­läum. Die Hoch­schule Mann­heim gestal­tet die zuge­hören­de Fest­schrift in Form eines Buchs. Ich liefere hier­zu Infor­mations­grafiken zu verschie­denen Aspek­ten des Wett­bewerbs. Im Spannungs­feld zwischen Illus­tration und Program­mierung entwickle ich kleine Geschich­ten, die bei­spiels­weise die dra­matisch anstei­gende Anzahl der einge­reich­ten Plakate erzäh­len.


20.03.2016

 


Corporate Geometry

In Frank­reich wird dem Hexa­gon nicht nur sym­boli­sche sondern auch identi­täts­stif­tende Be­deutung bei­gemes­sen. Die Form leitet sich von einer geo­gra­phisch sta­bilen Landes­grenze ab, die seit zwei­hundert Jahren politisch Bestand hat. Diese Vorliebe für Geo­metrie scheint sich auch im Grafik­design und in der Archi­tektur wider­zu­spiegeln.

In öffent­licher Kommuni­kation bei­spiels­weise hat man keine Scheu, geo­me­trische Dis­play­schrif­ten zu ver­wenden, die hier­zu­lande nur auf Techno­flyern denkbar wären. Das arabische Kultur­zentrum in Paris des Star­archi­tekten Jean Nouvels etwa ver­bindet auf geschickte Weise ein morgen­ländisch anmutendes Muster mit dem identi­täts­stif­tenden Symbol Frank­reichs – dem Hexagon.


29.09.2015

 

Stuhl­experi­ment im Niggli-Verlag

Vom Stuhl, zur Bank, zum Bett – die morpho­logische Verwand­lungs­reihe lädt zum Erkun­den und Schmun­zeln ein. Aus­gehend von einem schlichten Stuhl unter­suche ich mit­hilfe von Processing gestal­terische Para­meter. Die Ergeb­nisse chan­gieren zwischen ein­deutigen Gebrauchs­gegen­stän­den und absurden Phan­tasie­objekten. Dieses program­mierte Stuhl­experi­ment ist unter anderem mein Bei­trag zum Buch »Experi­mentelle Gestal­tung« von Armin Lindauer und Betina Müller, das soeben im Niggli-Verlag erschienen ist. Gestalt­ung wird hier als Versuchs­aufbau verstan­den, dessen Achsen der Designer selbst festlegt und daraus resul­tierende Varia­tionen durch­spielt. Dieses Vorgehen ermöglicht über­raschende und unerwar­tete Ergeb­nisse. Zahl­reiche Bei­spiele aus unter­schied­lichen Bereichen veran­schau­lichen dieses Prinzip.


18.05.2015

 

Sil­ber beim Crea­tive Media Award 2014

Die drei­teilige Musik­band­reihe der Bläser­jugend Baden­-Württem­berg gewinnt Silber beim Inter­natio­nalen Creative Media Award 2014. Das Werk dient den Blas­musik­vereinen und Schulen Baden-­Württem­bergs als Lehr­werk und Einführung in die Musik­theorie und Praxis. Die drei Farben stehen für die verschie­denen Alters­stufen der jungen Leser. Der Kolumnen­titel zieht jeweils einen farbigen Faden durch jedes Kapitel. Dabei lockern und durchbrechen Illustra­tionen immer wieder den systema­tischen Aufbau von Text und Noten und erzählen kleine und große Geschichten. Farbig ausgezeich­nete Fremd­wörter inner­halb des Fließ­textes verbinden Text und Illustra­tion. Die Trenn­seiten sind mit Processing gestaltet.


22.12.2014

 

Orna­ment und Ver­bre­chen

Im Wien des begin­nenden 20ten Jahr­hunderts bringt Adolf Loos mit seinem berüchtigten Essay »Ornament und Verbrechen« die Anhänger des histori­sierenden Archi­tektur­stils zum Kochen — Gebäude, die aussehen wie Zuckertörtchen beherrschen Wiens Ring­straßen­archi­tektur und schmeicheln dem Kaiser.

Adolf Loos beschreibt das Ornament als unnützen Zierrat, der Arbeiter durch die Her­stellung des­selben unnötig versklavt und den Gegen­stand vorsätzlich verteuert. Er gesteht nur nützlichen Dingen Schönheit zu und konzentriert sich auf die Funktion der Sache selbst. Zur jener Zeit höchst umstritten, baut er das »Haus ohne Augen­brauen«, das als Vor­läufer der Moderne in die Geschichte eingeht.


26.08.2014

 

Re­launch der Web­site marek­slipek​.de

Der Relaunch der Website von marekslipek ist online und zeigt sich in neuem Corporate Design. Eine vereinfachte Benutzerführung erleichtert den Zugang über mobile Devices. Die Arbeits­proben sind auf einen Blick erfassbar.

Technologisch ist die Site auf dem neuesten Stand. Das Responsive Webdesign sorgt für eine dynamische Anpassung der Inhalte an die wachsende Anzahl von Devices — von Laptop über Tablet bis hin zu Smartphone steigt die Variations­breite an mobilen Endgeräten und Bildschirm­größen. Diese Heraus­forderung wird mit einer einzigen pflege­leichten Responsive Website abgedeckt.

Eine neue Hausschrift kommt medien­über­greifend als Webfont online und als Printfont offline in der Geschäfts­ausstattung zum Einsatz. Die Webfont-­Technologie stellt sicher, dass die Hausschrift auf allen Computer­systemen gleich dargestellt wird.


27.07.2014

 

Auszeich­nung beim TDC New York 2014

Lässt sich die Programmier­sprache Processing auch für Print­projekte einsetzen? Ja, und das mit Erfolg — wie die diesjährige Auszeichnung des Type Directors Club beweist. Die Plakatreihe, die anlässlich eines Hochschul­vortrags in Ko­opera­tion von Marek Slipek und Armin Lindauer entstand, wurde von der New Yorker Jury mit dem begehrten »Certificate of Typographic Excellence« honoriert.

Überzeugt haben Idee und kreative Umsetzung: Das Porträt des Hochschul­dozenten setzt sich aus zahlreichen kleinen Buchstaben zusammen — seine Initialen. Ein Algorithmus bestimmt die Position der Schriftzeichen. Dadurch sind dynamische Variationen möglich, sodass eine vielfältige Plakatreihe entsteht. Die Farbigkeit Rot-Grün-Blau kokettiert dabei auf originelle Weise mit dem Verhältnis zwischen digitalem Tool und analogem Produkt.

Der international renommierte Design­wettbewerb des Type Directors Club New York verzeichnete dieses Jahr über 2000 Einreichungen, wovon zehn Prozent prämiert wurden. Zu sehen sind die Gewinner-Arbeiten in globalen Wander­ausstel­lungen und im TDC-Jahrbuch. 



20.02.2014

 

 

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